Cannabis Messen
Cannabis-Messen im Überblick:
CannaFriends
Die CannaFriends ist die größte Hanfmesse Norddeutschlands und findet seit 2023 jedes Jahr in Ilsede statt, zwischen Hannover und Braunschweig. Veranstaltungsort ist die historische Gebläsehalle der Ilseder Hütte, eine alte Industriekathedrale aus Backstein und Stahl, die der Messe einen Charakter gibt, den eine normale Messehalle nicht bietet. Nach Veranstalterangaben kamen zuletzt rund 9.000 Menschen über drei Tage, bei der Ausgabe 2024 waren es ca. 6.800.

Cultiva Wien
Die Cultiva ist Österreichs älteste und größte Hanfmesse und läuft seit 2008 jedes Jahr in Wien, heute in der Marx Halle. Der Schwerpunkt liegt auf Anbau und Pflanzenkunde: Growshops, Genetik und Indoor-Technik bestimmen die Hallen. Parallel läuft ein Kongress mit internationalen Referenten, dazu gibt es eine Patientenlounge.

Spannabis
Spannabis ist die älteste und größte Cannabismesse Europas und findet im Bilbao Exhibition Centre statt. Für Cannabis-Enthusiast:innen, Unternehmen und Aktivist:innen aus aller Welt ist die Messe seit Jahren ein fester Bestandteil des Terminkalenders. Drei Tage Genetik, Growtechnik, CBD und Vaporizer treffen auf wissenschaftliche Konferenzen, Diskussionen und Live-Musik.
Mary Jane Berlin
Die Mary Jane ist, gemessen an der Zahl der Besucher:innen, die größte Cannabismesse der Welt und füllt vier Tage lang das Gelände der Messe Berlin. Seit 2016 ist die Hanfmesse stetig gewachsen, und mittlerweile sind dort neben Unternehmen auch immer mehr Prominente anzutreffen, die mit Cannabis in Verbindung stehen. Wer neben dem Messetrubel eine Pause braucht, findet auf dem Außengelände ausgezeichnete Bereiche zum Durchatmen.

Cultiva München
Nach dem Wiener-Original gibt es von der Cultiva seit 2026 nun auch in der bayrischen Hauptstadt einen Ableger. Hier sollen Unternehmen, Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft und Politik sowie Konsument:innen aus einer der bevölkerungsreichten und wirtschaftsstärksten Region im DACH-Gebiet, zusammenfinden und das Thema Cannabis einer breiteren Masse näher bringen.

CannaFestival
Das CannaFestival verbindet Hanfmesse und Open-Air auf dem Gelände der Messe Karlsruhe. Gestartet 2025 in Freiburg, ist es bewusst kleiner als die großen Messen gehalten, was den Einstieg leichter machen soll. Mit seiner geografischen Positionierung versucht die Veranstaltung auch Besucher:innen und Unternehmen aus dem umliegenden europäischen Ausland anzusprechen, was ihr einen gewisses internationales Flair verleiht, das mit einer familiären Atmosphäre verbunden wird.

Hamcan
Die HamCan ist die Hanfmesse im Norden Deutschlands und verbindet Messe und Festival im ehemaligen Hauptzollamt am Hamburger Hafen. Dort finden eine ausgewählte Anzahl von Unternehmen Platz und bieten Besucher:innen unterschiedliche Möglichkeiten zum Informieren und Kaufen. Wir waren 2024 erstmals selbst vor Ort und fanden die Mischung aus geschäftig und zugleich familiär stimmig: drinnen Stände zu Grow, CBD und Medizinalcannabis, draußen Sitzgelegenheiten und Musik. Das Patientenforum hebt die Messe von anderen Veranstaltungen dieser Art nochmal besonders ab.

CANNAFAIR
Die CANNAFAIR ist die Hanfmesse in Westdeutschland und findet in Nordrhein-Westfalen im Areal Böhler bei Düsseldorf statt. Seit dem Start 2019 mit 90 Ausstellern ist sie kräftig gewachsen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Anbau: Growboxen, Lampen, Dünger und Substrate bestimmen das Bild, ergänzt um Social Clubs und ein Bühnenprogramm. Im geografischen Kontext ist die Veranstaltung auch für Besucher:innen und Unternehmen aus dem europäischen Ausland attraktiv und trägt zum stetigen Wachstum bei.
Die Wichtigkeit von Cannabis-Messen
Messen wie die Mary Jane, CannaFestival oder CannaFair schaffen für einen kurzen Zeitraum einen Ort, an dem Hersteller, Händler, Aktivist:innen, Patient:innen und Freizeitkonsument:innen zusammenkommen. Cannabis findet im gesellschaftlichen Alltag häufig eher an verborgenen Orten statt, sei es die medizinische Einnahme am Morgen oder der Joint zum Feierabend auf dem Balkon. Cannabis-Messen sind die perfekte Gelegenheit, um auf Gleichgesinnte zu treffen. Zwischen Ständen von Vaporizern, Rauchzubehör, Grow-Equipment und CBD-Produkten gibt es auf jeder guten Hanfmesse natürlich auch eine Chill-Area, in der man während und nach einem langen Messetag entspannen kann.
Gleichzeitig sind Messen ein wichtiger Gradmesser dafür, wie sich der Markt und die Szene vor Ort nach der Legalisierung entwickeln: Besucherzahlen, Aussteller-Mix und die Themen auf den Bühnen sind die Indizien dafür. Das gilt sowohl für eine große und immer internationaler agierende Cannabis-Messe wie die Mary Jane als auch für kleinere Messen, die in Deutschland und im europäischen Umland stattfinden. Das ist für nationale, aber auch internationale Unternehmen wichtig, um sich in den lokalen Märkten zu etablieren. Egal ob groß oder klein, Hanfmessen sind für Konsument:innen und Unternehmen aus der Branche gleichermaßen wichtig, um am Puls der Zeit zu bleiben.
Vorteile für Besucher:innen
Für Freizeitkonsument:innen und Neugierige sind Messen eine der wenigen Gelegenheiten, alles rund um Cannabis an einem Ort und in großer Zahl vorzufinden. Egal ob es darum geht, neue Dinge wie beispielsweise Rauchzubehör oder Grow-Equipment zu kaufen, wer schon überlegt, einen bestimmten Vape oder Grinder zu kaufen, kann auf einer Messe häufig auch von einem Messerabatt profitieren. Hersteller und Shops bieten solche Vergünstigung häufig exklusiv vor Ort für alle Besucher:innen an. Es ist auch eine Gelegenheit, besonders viele Produkte auch mal in echt zu erleben, die man häufig nur aus dem Internet kennt.
Sucht man Beratungsangebote zur medizinischen Nutzung, findet man auf einer Hanfmesse ausgezeichnete Anlaufstellen, die sowohl für ein Erstgespräch als auch für ein weiterführendes Beratungsgespräch geeignet sind. Neben Rezeptanbietern für medizinisches Cannabis aus der Apotheke, finden sich auch manchmal medizinische Experten auf den Messen wieder, die eine Einführung allen geben, die danach fragen.
Wer sich zu bestimmten Themen und Fragestellungen rund um Cannabis informieren möchte, hat auf einer Cannabis-Messe darüber hinaus häufig auch eine Gelegenheit, um bei einer Paneldiskussion zuzuhören, wo Vertreter:innen aus der Branche über Innovationen und Herausforderungen sprechen. Daneben sprechen auch Aktivist:innen auf solchen Bühnen über unterschiedliche Dinge, welche die Cannabis-Community umtreiben.
Viele Veranstaltungen kombinieren Messe und Festival: Es gibt Live-Musik, Street-Food, Outdoor-Chill-Areas und Special-Programmpunkte wie Yoga-Sessions oder Live-Podcasts, was das Ganze gerne eher wie ein urbanes Lifestyle-Event wirken lässt. So entsteht eine Atmosphäre, in der man sich sicher informieren, vernetzen und gleichzeitig Spaß haben kann.
Bedeutung für Hersteller, Anbauvereine und Aktivisten:innen
Für lokale und internationale Hersteller und Shops sind Hanfmessen eine Bühne mit klarer Zielgruppe und hoher Kaufbereitschaft. Wer hier einen Stand hat, kann Produkte zeigen, neue Kundschaft gewinnen und wertvolles Feedback einholen. Gleichzeitig sind die Veranstaltungen einer der wenigen Orte, an denen B2B-Kontakte in der Cannabisbranche effizient aufgebaut werden können: Distributoren, Großhändler, Investoren laufen durch dieselben Hallen.
Anbauvereine aus der Umgebung können hier um neue Mitglieder werben und Informationen auslegen, die Interessierte anregen sollen, ihren Cannabis-Bedarf mit Lösungen zu decken, die gemeinschaftlich und fernab großer Konzerne entwickelt und durchgeführt werden.
Zugleich sind Messen dieser Art ein Ort, an dem Aktivist:innen, Verbände und Anbauvereine ihre Positionen zur aktuellen Cannabispolitik darstellen und mit Besucher:innen diskutieren. Panels mit Expert:innen aus Medizin, Wissenschaft und Politik machen deutlich, dass hinter „Cannabis“ längst eine erwachsene Debatte über wirtschaftliche Regulierung, Gesundheit und Jugendschutz steckt.

