Jahresurlaub geplant? ADAC fasst die Regeln für Cannabis im EU-Ausland zusammen

Aktualisiert am
Veröffentlicht am
25.1.2026
Von
Philip Pranoto
Lesezeit:
5
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Der Januar ist für viele ein eher durchwachsener Monat. Kalte Temperaturen, wenig Sonne und nach Weihnachten und Neujahr schlägt der Winter-Blues in dieser Zeit am härtesten zu. Für die Reisebranche ist es aber die beste Zeit des Jahres, weil viele Menschen in dieser Zeit ihren Urlaub für das Jahr planen. Manche tun es für die allgemeine Jahresplanung, andere tun es, um sich einen warmen Lichtblick in der kalten Jahreszeit zu verschaffen. Wer Cannabis regelmäßig konsumiert, steht hier häufig vor einem Dilemma. Entweder man verzichtet für die Dauer des Urlaubs auf das grüne Kraut, reist in ein Land, wo Cannabis legal ist oder riskiert, gegen das Gesetz des Reiselandes zu verstoßen. Um dieses Problem zu vereinfachen hat der ADAC kürzlich eine Liste erstellt, die aufzeigt, wie die Cannabis-Regelung im EU-Ausland aussieht.
Mann raucht einen Joint am Strand

Cannabis bleibt in den meisten Ländern verboten

Obwohl wir in Deutschland seit 2024 mit der Teillegalisierung bereits einen großen Schritt zur vollständigen Legalisierung geschafft haben, gibt es für deutsche Reisende weiterhin einige Regeln, die bei einem Konsum im Ausland beachtet werden sollten, sofern so etwas Teil des Reiseplans ist. Zunächst ist wichtig zu wissen, dass die Ein- und Ausfuhr von Cannabis über die deutsche Grenze nicht erlaubt ist. Die einzige Ausnahme bildet medizinisches Cannabis und das auch mit einer amtlichen Beglaubigung der ärztlichen Verordnung. Das benötigte Schreiben sowie die zuständigen Behörden finden sich auf der Webseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizin (BfArM). Dennoch müssen Reisende mit der entsprechenden Beglaubigung trotzdem beachten, wie die Regeln im Ausland sind. Schließlich kann ein Schreiben deutscher Behörden im Ausland wenig bis keine Bedeutung haben. 

Daher ist die Liste des ADAC auch so sinnvoll, da man sich mit ihr schnell einen Überblick verschaffen kann. Folgende Regelungen für Cannabis gibt es in den verschiedenen EU-Nationen:

  • Belgien: Hier ist Cannabis nicht legal, allerdings werden Mengen von bis zu 3 Gramm toleriert und ziehen keine strafrechtlichen Konsequenzen mit sich. Der Kauf von medizinischen Cannabis in einem Fachgeschäft ist für Produkte mit einem THC-Gehalt unter 0,2 % möglich.
  • Bulgarien: Hier ist der Konsum, Vertrieb und Besitz verboten. Wer erwischt wird muss mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.
  • Dänemark: Hier ist ein Antrag für medizinisches Cannabis zur Einnahme und der private Anbau nötig. Allerdings ist die Chance für Ausländer gleich null, dass sie davon profitieren können, da die Regelung hauptsächlich für Dänen vorgesehen ist. Darüber hinaus ist lediglich der Besitz von Cannabis mit max 0,2 % THC erlaubt.
  • Deutschland: Der Besitz von 25 Gramm bzw. bis zu 50 Gramm ist erlaubt. Der Vertrieb damit ist weiterhin untersagt.
  • Estland: Cannabis ist hier in allen Formen verboten. Bei Verstoß drohen Geld- und Freiheitsstrafen.
  • Finnland: Einfuhr, Besitz, Vertrieb und Konsum sind verboten. Medizinisches Cannabis mit bis zu 0,2 % THC-Gehalt ist erlaubt.
  • Frankreich: Cannabis ist hier verboten und für den Konsum drohen Geldstrafen bis zu 3.750 Euro und bis zu einem Jahr Freiheitsentzug. Die Einfuhr aus dem Ausland wird hier finanziell noch höher bestraft und es können bis zu zehn Jahre Haft verhängt werden.
  • Griechenland: Cannabis ist hier nicht erlaubt. Wer damit erwischt wird, kann bis zu acht Jahre ins Gefängnis wandern.
  • Irland:Kein Cannabis erlaubt und es drohen rechtliche Konsequenzen.
  • Island: CBD und Cannabis mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2 % ist erlaubt.
  • Italien: Grundsätzlich illegal. Bis jetzt ist “Cannabis light” mit bis zu 0,5 % THC erlaubt, aber auch diese Regelung soll demnächst gekippt werden.
  • Kroatien: Cannabis ist hier illegal und das bereits bei kleinen Mengen. Es drohen hohe Geldstrafen oder kurze Haftstrafen. Medizinal Cannabis ist mit ärztlichen Bescheid erlaubt.
  • Lettland: Gehört zu den restriktivsten Ländern Europas, wenn es um Cannabis geht. Vergehen werden streng verfolgt.
  • Litauen: Hier muss mit einer strengen Strafverfolgung gerechnet werden, wenn man mit Gras erwischt wird. Ärztliches verordnetes Cannabis und Produkte mit weniger als 0,2 % sind jedoch erlaubt.
  • Luxemburg: Das Land hat Cannabis soweit legalisiert, dass erwachsene Personen selbst anbauen dürfen. Der Konsum in der Öffentlichkeit ist allerdings strengstens untersagt. 
  • Malta: Hier gibt es Social Clubs, von denen man Cannabis beziehen kann. Malta gilt als eines der liberalsten Länder in Europa, wenn es um die Drogenpolitik geht. Öffentlicher Konsum ist allerdings weiterhin nicht gestattet. 
  • Niederlande: Der Besitz von Cannabis wird geduldet, sofern damit nicht gehandelt wird. Der Kauf von Produkten in Coffee Shops ist ebenfalls seit Jahrzehnten geduldet. Je nach Gemeinde kann es jedoch Zugangsbeschränkungen geben, die sich gegen Touristen richten.
  • Norwegen: Cannabis ist hier illegal und der Besitz, Konsum und Handel werden streng verfolgt und mit hohen Geldstrafen sowie einer Freiheitsstrafe geahndet. 
  • Österreich: Grundsätzlich ist Cannabis hier illegal. Allerdings ist der Handel mit Samen und der Anbau nicht blühender Hanfpflanzen erlaubt.
  • Polen: Eines der strengsten Länder in Europa. Bei Vergehen drohen mehrjährige Haftstrafen.
  • Portugal: Der Besitz kleiner Mengen ist hier entkriminalisiert. Medizinal Cannabis kann in Apotheken gekauft werden, sofern ein Rezept vorliegt.
  • Rumänien: In Rumänien ist Cannabis umfassend verboten. Konsum, Besitz, Anbau und Verkauf werden strafrechtlich verfolgt und können zu Geld- oder Freiheitsstrafen führen. Medizinalcannabis ist jedoch unter ärztlicher Aufsicht erlaubt.
  • Schweden: Hier herrscht eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Cannabis. Auch medizinisches Cannabis ist hier nicht erlaubt.
  • Slowakei: In der Slowakei ist Cannabis vollständig illegal. Einfuhr, Besitz, Konsum, Anbau und Handel werden strafrechtlich verfolgt. Auch Medizinalcannabis ist bislang nicht offiziell legalisiert.
  • Slowenien: Das Land verbietet Cannabis grundsätzlich in allen Bereichen. Bei kleinen Vergehen kann noch mit einer Geldstrafe gerechnet werden, während größere Verstöße strafrechtlich verfolgt werden. Medizinisches Cannabis nur unter Auflagen erlaubt.
  • Spanien: Anbau und Besitz kleinerer Mengen ist erlaubt, während der öffentliche Konsum weiterhin illegal bleibt. Es gibt Cannabis-Clubs in denen gemeinschaftlich angebaut und konsumiert werden darf.
  • Tschechien: Anfang 2026 hat man in Tschechien Cannabis teillegalisiert. Der Besitz von bis zu 100 Gramm Cannabis ist für Personen ab 21 Jahren legal.
  • Ungarn: Das Land verfolgt eine sehr harte Cannabispolitik. Konsum, Besitz, Anbau, Handel und Einfuhr sind strafbar und können mit Haftstrafen enden. Erlaubt sind lediglich Industriehanfprodukte mit extrem niedrigem THC-Gehalt.
  • Vereinigtes Königreich: Im Vereinigten Königreich ist Cannabis weiterhin illegal. Konsum, Besitz, Anbau, Handel und Import werden strafrechtlich verfolgt. Medizinisches Cannabis ist auf Rezept erlaubt, ebenso wie bestimmte Hanfprodukte mit sehr geringem THC-Anteil.
  • Zypern: Cannabis ist hierzulande illegal. Medizinisches Canabis kann nur mit Genehmigung hier bezogen werden. 

Cannabis Regelungen im europäischen Ausland zusammengefasst

So schön es auch sein mag, ist Deutschland in Europa im Jahr 2026 eines der wenigen europäischen Länder, in denen Cannabis relativ frei konsumiert werden kann. Nur in den Niederlanden, Spanien und Tschechien darf man das Kraut unter Auflagen frei besitzen und genießen. In allen anderen Ländern der EU muss man davon ausgehen, dass bei Verstößen gegen die lokale Gesetzgebung eine Geld- bzw. Haftstrafe droht. Medizinisches Cannabis ist zwar in vielen Ländern der EU mit Rezept erhältlich, doch braucht man eines, das von den Apotheken akzeptiert wird, was einen Kauf vor Ort schwierig macht. Allen voran ist wichtig zu wissen, dass das Mitführen von Cannabis über die deutsche Landesgrenze illegal ist. Unabhängig von der Richtung, aus der man kommt.

Diese Regeln gelten für Cannabis im Straßenverkehr

Wer also im Urlaub plant Cannabis konsumieren möchte, sollte sich auf eines der Länder festlegen, in denen eine Ausgabe an Touristen möglich ist. Neben den Niederlanden, die seit Jahrzehnten bereits für ihre liberale Cannabispolitik bekannt sind, ist das zum Beispiel in Spanien möglich. Für genauere Informationen dazu, sollte man sich vor der Reise für das jeweilige Urlaubsziel informieren.

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