Übernahme der Sanity Group für 250 Millionen Euro

Bereits in der letzten Woche haben die Sanity Group und Organigram jeweils eine Pressemitteilung herausgebracht, welche die Übernahme bestätigen. Daraus geht hervor, dass die Sanity Group von den Investoren auf 250 Millionen Euro bewertet wird. Von diesem Geld sollen zunächst 130 Millionen Euro ausgezahlt werden, während weitere 120 Millionen bis Ende März 2027 folgen sollen und an bestimmte Performance-Ziele gebunden sind.
Vom Berliner Startup zum europäischen Player
Die Sanity Group wurde 2018 von Finn Age Hänsel gegründet und hat sich seitdem zu einem der erfolgreichsten Cannabis-Unternehmen in Europa entwickelt. Zur Gruppe gehören auch Marken wie avaay Medical, Vayamed und ZOIKS. Neben der Produktion von medizinischem Cannabis beteiligt sich das Unternehmen an der Förderung von Initiativen, die den freien Verkauf in Fachgeschäften zum Ziel haben. So liefert Sanity das Cannabis für das Pilotprojekt in der Schweiz und war auch im Gespräch für die Modellprojekte in Berlin, Hannover und Frankfurt, die inzwischen auf Eis gelegt wurden.
Im Jahr 2023 hat die Sanity Group einen Umsatz von 9 Millionen Euro erzielt und konnte diese Zahl im Jahr 2025 auf 60 Millionen Euro steigern. Damit konnte sich das Unternehmen bisher den zweitgrößten Marktanteil in Deutschland sichern. Daneben exportiert Sanity seine Produkte auch ins europäische Ausland und plant derzeit eine Expansion unter anderem in Tschechien, wo seit Januar 2026 ähnliche Regeln hinsichtlich der Legalisierung von Cannabis wie in Deutschland gelten.
Internationale Expansion mit Fokus auf Europa
Laut der Sanity Group und Organigram ist das Ziel der Partnerschaft, bestehende Marken der kanadischen Firma auf den europäischen Markt zu bringen. Das Distributionsnetzwerk der Sanity Group in Europa soll bei diesem Unterfangen die Grundlage bieten und das Wachstum auch in Zukunft sichern. Letztlich geht es laut James Yamanaka, CEO von Organigram, darum, weltweiter Marktführer im Bereich Cannabis-Produktion zu werden. Auch für Hänsel, CEO der Sanity Group, geht es darum, die bisherige Partnerschaft im Bereich Entwicklung und Forschung auszubauen, um gut für die europäischen Märkte positioniert zu sein, die sich zunehmend offener gegenüber Cannabis zeigen.
→ Diese Unternehmen dürfen in Deutschland Cannabis produzieren
Kritik an Beteiligung von Big Tobacco
Die Meldung über die Übernahme von Sanity durch Organigram stößt in der Community nicht nur auf wohlwollende Stimmen. Kritik wird besonders an der Beteiligung des britischen Tabakkonzerns British American Tobacco (BAT) laut, der auch Anteile von Organigram besitzt. BAT ist direkt an der Abwicklung der Übernahme beteiligt, da der Konzern knapp die Hälfte, in Summe 62 Millionen Euro, der ersten Anzahlung von 130 Millionen Euro beitragen soll. Auch die Mary Jane Berlin hat auf ihrem Instagram-Kanal zu diesem Thema berichtet und unter dem Post mehren sich Kommentare, die eine Beteiligung von BAT als falsches Signal bezeichnen. Die Rede ist dabei von einem Verrat an den Prinzipien der Community, einer Furcht vor einer starken Kommerzialisierung und der Priorisierung von Gewinnmaximierung mit einhergehender Benachteiligung der medizinischen Aspekte von Cannabis. Trotzdem scheint ein Scheitern der Vereinbarung zwischen Sanity und Organigram unrealistisch und es bleibt nur zu hoffen, dass die Befürchtungen der Community sich nicht bewahrheiten.





