Norddampf RELICT Vaporizer im Test

Norddampf ist eine vergleichsweise junge Marke, hat sich in der deutschen Vaping-Szene aber schnell einen Namen gemacht. Hinter dem Label steht ein Team aus Ganderkesee in Niedersachsen, das bewusst auf wenige Modelle setzt und diese über Zubehör erweiterbar macht. Der Anspruch: ordentliche Technik zu Preisen, die den Einstieg leicht machen.
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Mit dem RELICT hat Norddampf einen tragbaren Vaporizer für 129,- € im Programm, der sich an Einsteiger:innen genauso richtet wie an erfahrene Nutzer:innen, die ein unkompliziertes Zweitgerät suchen. Wir haben ihn getestet und nach unserem Vape-Scoring bewertet.
Was du wissen musst
Der RELICT ist ein tragbarer Kräutervaporizer mit Dual-Heating-System, also einer Kombination aus Konduktion und Konvektion.
Technische Daten:
- Maße: 30,5 × 30 × 124 mm, Gewicht: 138 g
- Gehäuse: mattes Aluminium, OLED-Display (Temperatur, Akkustand, Sessiondauer)
- Temperatur: stufenlos bis 240 °C, Aufheizzeit ca. 20 Sekunden
- Sessiondauer: konfigurierbar 3–6 Minuten
- Akku: fest verbauter 2.600 mAh, 6–8 Sessions pro Ladung, ca. 90 Min. Ladezeit via USB-C
- Kapselsystem: 2x ca. 0,2 g pro Dosierkapsel
Lieferumfang: Beim Auspacken wird schnell klar, dass Norddampf beim Zubehör nicht gespart hat. Neben dem Vaporizer liegen ein USB-C-Ladekabel mit Stoffummantelung, eine Reinigungsbürste, ein Füllwerkzeug, zwei Ersatzsiebe, zwei Reinigungstücher und Dosierkapseln in der Box – dazu zwei Glasmundstücke: ein kurzes, durchsichtiges mit 27 mm und ein 45 mm langes in Schwarz, das den Dampf spürbar besser kühlt. Vieles davon verkaufen andere Hersteller separat. Gerade für Einsteiger:innen ist das praktisch, weil man erst einmal ausprobieren kann, welches Setup einem liegt.

Dampfqualität – 3 von 5 Punkten
Für den ersten Durchgang haben wir rund 0,2 Gramm Kräutermaterial in eine der beiliegenden Kapseln gefüllt. Nach etwa 20 Sekunden war die Zieltemperatur von 180 °C erreicht – etwas schneller, als Norddampf selbst angibt. Der Dampf in diesem Bereich: mild und geschmacklich sauber. Bei der allerersten Session war ein leichter Plastikgeschmack dabei, der nach einer Reinigung und dem sogenannten „Ausdampfen“ komplett verschwand. Norddampf erklärt das Vorgehen in einem eigenen YouTube-Video. Zwischen 180 und 200 °C bleibt das Aroma am vollsten, weil hier viele Terpene erhalten bleiben – mehr dazu in unserem Artikel zu Terpenen. Der Zugwiderstand ist angenehm locker. Das heißt, dass der Zug leicht fällt, ohne dass der Dampf zu dünn wird.
Was uns im Test gestört hat: Das Aroma hält verhältnismäßig nicht lange durch. Schon nach kurzer Zeit schmeckt das Material deutlich flacher, als wir es von anderen Vaporizern mit Dual-Heating-System kennen. Wir vermuten, dass das Zusammenspiel aus Konduktion und Konvektion beim RELICT nicht ganz so ausgereift ist wie bei der Konkurrenz.
Bei 240 °C wird der Dampf dichter und stärker – aber auch heiß. Mit dem kurzen Mundstück wurde die Inhalation schnell unangenehm, das lange Glasmundstück kühlte spürbar besser. Nach etwa zwei Minuten schmeckte das Material leicht verbrannt. Wer regelmäßig heiß und dicht dampfen will, sollte den optionalen Bubbler-Aufsatz aus dem Norddampf-Shop einplanen.
Milder, sauberer Dampf im mittleren Temperaturbereich – aber das schnell nachlassende Aroma kostet den RELICT hier zwei Punkte: 3 von 5.

Verarbeitung und Materialqualität – 4 von 5 Punkten
138 Gramm, abgerundete Kanten, mattes Aluminium und gute Verarbeitung: Der RELICT liegt gut in der Hand und wirkt teurer, als er ist. Mit 30,5 × 30 × 124 mm verschwindet er unauffällig in der Jacken- oder Hosentasche. Positiv fiel uns außerdem auf, dass das Gehäuse selbst bei 240 °C außen kühl blieb – das schaffen nicht alle kompakten Geräte in dieser Preisklasse.
Mit zwei Ersatzsieben und den Glasmundstücken sind die wichtigsten Verschleißteile ab Werk abgedeckt. Norddampf gibt 24 Monate Garantie auf das Gerät, und Verschleißteile wie Siebe, Dosierkapseln und Glasmundstücke lassen sich direkt im Hersteller-Shop nachkaufen. Zwei Dinge kosten den fünften Punkt in dieser Kategorie: der Plastikgeschmack der ersten Session, der auf die Materialwahl im Luftweg hindeutet, und der fest verbaute Akku. Ist der irgendwann durch, ist es das Gerät auch. Zugegeben, das gilt für die meisten Akkubetriebenen Geräte in der heutigen Zeit, doch Hersteller wie Hizen beweisen, dass es nicht so sein muss. 4 von 5 Punkten.
Bedienung und Alltagstauglichkeit – 4 von 5 Punkten
Drei Tasten, ein simples Menü: Fünfmal Drücken auf den Hauptknopf schaltet den RELICT ein, über zwei Pfeiltasten wird die Temperatur stufenlos bis 240 °C eingestellt. Die Sessiondauer kann beim Gerdrückthalten des Hauptknopfes zwischen drei und sechs Minuten eingestellt werden. Einmal kurz in die Anleitung geschaut, sitzt die Bedienung.
Das OLED-Display zeigt Temperatur, Akkustand und Sessiondauer. Drinnen gut ablesbar, in direkter Sonne wird es allerdings schwierig . Wer viel draußen dampft, wird sich daran stören.
Der fest verbaute 2.600-mAh-Akku reichte in unserem Test für sechs bis acht Sessions bei rund 190 °C, also etwa 30 bis 45 Minuten. Nach rund 90 Minuten am USB-C-Kabel ist er wieder voll. Während des Ladens lässt sich der RELICT allerdings nicht benutzen, was schade ist, da es durchaus Modelle gibt, die dies ermöglichen, wie zum Beispiel der Wolkenkraft ÄRiS Ultra.
Schnelles Aufheizen, unkomplizierte Bedienung, ordentliche Akkuleistung – im Alltag gibt es wenig zu meckern. Das in der Sonne schwer ablesbare Display und der fest verbaute Akku, der sich beim Laden nicht nutzen lässt, verhindern die volle Punktzahl: 4 von 5.
Preis-Leistung: Wie schlägt sich der RELICT in seiner Preisklasse?
11 von 15 Punkten bei einem Preis von 129,- €: Damit landet der RELICT in der mittleren Preisklasse (120–299 €) im Bereich „Gut“. Zur Top-Wertung „Sehr gut“ fehlen zwei Punkte. Für 129 € bekommt man ein sauber verarbeitetes Gerät mit einem Zubehörpaket, das man sich anderswo zusammenkaufen müsste. Was zur Spitzenwertung fehlt, ist der Dampf über die volle Session.
In der Community kommt der RELICT gut an: Auf Reddit und in Vaper-Foren gilt er als „Bang-for-buck“-Gerät, gelobt werden vor allem die schnelle Aufheizzeit und das Kapselsystem. Kritik gibt es vereinzelt für die fest verbaute Batterie und den anfänglichen Plastikgeschmack – Letzterer verschwand nach der empfohlenen Reinigung bei fast allen Nutzer:innen, wie auch bei uns.
Fazit – der RELICT im Überblick
Der RELICT ist ein solides Alltagsgerät zu einem fairen Preis. Verarbeitung und Bedienung sind besser, als man für 129 € erwarten darf, das Zubehörpaket sowieso. Beim Kern der Sache – dem Dampf – bleibt er hinter den besseren Dual-Heating-Geräten zurück, weil das Aroma zu schnell nachlässt. Mit 11 von 15 Punkten ist er in seiner Preisklasse eine ordentliche Wahl für Einsteiger:innen und alle, die ein unkompliziertes Zweitgerät suchen. Wer vor allem auf Geschmack aus ist, wird mit dem RELICT nicht restlos glücklich.
Pro
- Schnelle Aufheizzeit (ca. 20 Sekunden)
- Umfangreicher Lieferumfang inklusive Dosierkapseln und zwei Glasmundstücken
- Hochwertige Verarbeitung für die Preisklasse
- Kompakt und leicht (138 g)
Contra
- Aroma lässt während der Session schnell nach
- Display bei Sonnenlicht schwer ablesbar
- Akku nicht austauschbar, Nutzung während des Ladens nicht möglich
- Originalkapseln relativ teuer (ca. 15 € / 4 Stück)

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