Medizinisches Cannabis: Aurora erhöht die Produktionskapazität

Aktualisiert am
Veröffentlicht am
8.2.2026
Von
Philip Pranoto
Lesezeit:
2
Min.
Durch den steigenden Bedarf an medizinischem Cannabis stößt die Produktionsstätte von Aurora in Leuna, Sachsen-Anhalt, an ihre Grenzen. Daher sollen in diesem Jahr die Produktionskapazitäten erhöht werden.
Lagerhalle mit Cannabis Anbau von Innen

Als eines von drei Unternehmen in Deutschland, die eine staatliche Lizenz zum Anbau und Vertrieb von medizinischem Cannabis besitzen, trifft Aurora auf eine stetig steigende Nachfrage. Die Folge ist, dass die aktuelle Produktion im Chemiepark Leuna derzeit auf maximaler Kapazität läuft. Um in Zukunft weiterhin die Nachfrage auf dem hiesigen Markt zu bedienen, plant das kanadische Unternehmen, die deutsche Produktion zu erweitern. 

Aurora baut aus und das freut auch die Politik

Die Erweiterung soll in zwei Abschnitten erfolgen, wobei der erste bereits Ende April dieses Jahres abgeschlossen sein und die Produktion kurz darauf aufgenommen werden soll. Laut der offiziellen Pressemitteilung sind weitere Pflanz- und Blütenräume sowie die Modernisierung bestehender Bewässerungs- und Belichtungssysteme geplant. Außerdem ist eine Aufstockung des Personals geplant, welches bisher aus 40 Angestellten besteht. Genaue Angaben sowohl zur Investitionshöhe als auch zur Erweiterung der Kapazitäten gibt Aurora nicht bekannt. Lediglich gegenüber dem MDR sagt Dirk Heitepriem, Präsident von Aurora Europe, dass man mit der Erweiterung plane, den Grundbedarf in Deutschland mit der neuen Produktionskapazität abzudecken. Alles weitere soll dann aus der eigenen Produktion in Kanada importiert werden.

Auch in der Politik wird die Initiative von Aurora positiv aufgenommen. Stefanie Pötzsch, Staatssekretärin für Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalts, begrüßt, dass der Chemiepark durch die dortige Produktion eine medizinische Komponente und eine neue Wirtschaftsstruktur dazugewonnen hat. Eine drohende Verschärfung des Cannabis-Gesetzes sieht man hier entspannt entgegen. Pötzsch habe zwar Verständnis für die Initiative auf Bundesebene, doch gleichzeitig sieht sie auch eine Telemedizin-Branche, die sich schnell und flexibel an neue Gegebenheiten anpassen kann. Der Erweiterung der Produktion steht die mögliche Gesetzesänderung aus Sicht der Beteiligten also nicht entgegen.

Medizinisches Cannabis Made in Germany

Aurora zählt zu den international führenden Cannabisunternehmen und gehört zu den frühen Akteuren, die den globalen Markt maßgeblich mit aufgebaut haben. In Deutschland ist der Konzern über die Aurora Deutschland GmbH vertreten, deren Produktionsstandort sich im Biochemiepark Leuna (Sachsen-Anhalt) befindet. Dort werden laut Unternehmensangaben bisher jährlich rund eine Tonne medizinische Cannabisblüten hergestellt – selbstverständlich unter Einhaltung der strengen EU-GMP-Pharmastandards.

Im Januar 2025 brachte Aurora unter der Marke IndiMed erstmals eine lokal produzierte Blütensorte aus deutscher Herstellung auf den Markt: „Island Sweet Skunk“. Die Sorte weist etwa 20 % THC und weniger als 1 % CBD auf. Ergänzend dazu umfasst das Sortiment zahlreiche weitere Cannabisblüten, Extrakte und Kapseln. Bekannte Strains wie Cannatonic, Pink Kush oder Tangerine Dream decken unterschiedliche THC- und CBD-Profile ab und werden unter anderem über die Marken Pedanios und Weeco vertrieben.

Strategisch positioniert sich Aurora klar im medizinischen Segment. Statt den Freizeitmarkt in den Fokus zu stellen, richtet sich das Unternehmen gezielt an Ärzt:innen, Apotheken und Patient:innen und möchte sich als zuverlässiger pharmazeutischer Partner etablieren. Diese medizinische Ausrichtung zeigt sich auch im Markennamen Pedanios, der auf den griechischen Arzt Pedanios Dioskurides zurückgeht, der bereits um das Jahr 100 n. Chr. die medizinische Nutzung von Cannabis dokumentierte.

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