Norddampf Voity - Was kann der Vape für 85 Euro?

Was du wissen musst: Norddampf VOITY
Norddampf wurde von Timo Ellermann gegründet, der in der Vergangenheit ein Review-Portal für Vaporizer betrieben hat. Damit hat das Unternehmen jemanden an der Spitze, der das Angebot auf dem Markt bestens kennt, um die eigenen Verdampfer besser als die Konkurrenz zu machen. Derzeit bietet die Marke drei Modelle an, die sich in Preis und Leistungsumfang unterscheiden. Der Voity ist der günstigste Vape im Sortiment des Herstellers aus Ganderkesee.
Für 85 Euro ist der Einstiegsvape von Norddampf regulär zu kaufen und soll besonders diejenigen abholen, die bisher noch keinen Vape besessen haben. Sei es, um gesünder zu konsumieren oder um die Blüten effizienter zu verbrauchen. Dafür verzichtet man allerdings auf eine gradgenaue Temperaturregelung und eine Bildschirmanzeige: Der Voity bietet drei Heizstufen zwischen 175 und 215 °C, eine Heizkammer für bis zu 0,5 Gramm und einen fest verbauten 1.800-mAh-Akku mit USB-C-Anschluss. Ob sich das Gerät trotzdem lohnt, klären wir in diesem Erfahrungsbericht.
Im Vergleich zum RELICT fällt der Lieferumfang schmaler aus: Dosierkapseln und ein zusätzliches Mundstück fehlen (beides gibt es für den Voity schlicht nicht als Zubehör), und auch auf ein Reinigungstuch hat Norddampf verzichtet. Das wäre eine Nettigkeit gewesen, die man sich nicht hätte sparen müssen, schließlich braucht auch das Mundstück des Voity nach einiger Zeit eine Reinigung. Insgesamt bietet der Lieferumfang aber alles, was für das sofortige Dampfen nach dem Öffnen der Verpackung benötigt wird.

Dampfqualität – 3 von 5 Punkten
Beim eigentlichen Dampferlebnis zeigt der Voity seine wahre Stärke. Zunächst haben wir erwartet, dass der Dampf vor allem auf höchster Stufe schnell unangenehm heiß werden könnte, wie es bei vielen Vapes dieser Größe der Fall ist. Tatsächlich war die Temperatur des Dampfes stets angenehm. Der Verdampfer schafft es zudem innerhalb von etwa 30 Sekunden auf die gewünschte Temperatur. Die Konkurrenz von Storz & Bickel ist mit dem Venty zwar noch schneller, allerdings sind 10 Sekunden Unterschied bei 300 bis 400 Euro Preisdifferenz ein starkes Argument für den Voity.
Wie die teurere Konkurrenz aus Tuttlingen setzt der Voity auf eine Kombination aus Konduktions- und Konvektionsheizung, die zusätzlich von einer Infrarotheizung unterstützt wird, um das Kraut gleichmäßiger zu erhitzen. Das günstigste Modell von Norddampf bietet hier also etwas, das sonst nur deutlich höherpreisige Konkurrenten haben.

Der Dampf selbst ist zufriedenstellend. Für unseren Geschmack könnte er noch etwas dichter sein, die Weitergabe des Geschmacks ist aber gut gelungen. Häufig erhitzen günstige Vapes die Kräuter zu schnell, wodurch der Inhalt rasch an Geschmack verliert. Das passiert auf Dauer auch mit dem Voity, aber deutlich langsamer, sodass man sich länger am Aroma erfreuen kann.
Angenehm kühler Dampf und gute Aromawiedergabe, aber eben keine herausragende Dichte und ein nachlassender Geschmack über die Session: 3 von 5 Punkten.
Verarbeitung und Materialqualität – 3 von 5 Punkten
Mit einem Gewicht von 85 Gramm und Maßen von 107 × 58 × 24,5 mm ist der Voity sehr angenehm zu halten. Der Vape ist komplett in Schwarz gehalten, mit einer matten, gerillten Oberfläche, die zusätzlichen Halt gibt. Das glatte Mundstück bildet dazu einen Kontrast, der dem Voity in unseren Augen einen edlen, fast futuristischen Look verleiht. Das Mundstück haftet per Magnet am Gerät, eine Designentscheidung, die uns sehr gut gefällt: Man kommt schnell an die Kammer und kann sie bequem wieder verschließen. Die Kammer selbst besteht aus einer glatten, mit Keramik überzogenen Oberfläche, die nicht haftet. Insgesamt macht der Voity einen hochwertigen Eindruck, den man in dieser Preisklasse nicht erwarten würde.

Absolut betrachtet bleibt es aber ein Kunststoffgerät mit ein paar Schwächen. Die Modelle von Norddampf haben immer wieder mit dem Vorwurf eines leichten Plastikgeschmacks beim Verdampfen zu kämpfen. Den können wir für den Anfang bestätigen, wie schon beim RELICT verschwindet er aber nach einer gründlichen Reinigung oder mehrmaliger Nutzung. Dazu entwickelt das Gehäuse bei auf höchster Stufe eine Wärme, die in der Hand unangenehm werden kann, vor allem im Sommer. Und auch beim Voity gilt: Der Akku ist fest verbaut und lässt sich nicht austauschen, was die Lebensdauer des Geräts begrenzt.
Wertige Anmutung für den Preis, aber Kunststoff, anfänglicher Plastikgeschmack, spürbare Gehäusewärme und der feste Akku: 3 von 5 Punkten.
Bedienung und Alltagstauglichkeit – 3 von 5 Punkten
Zur Bedienung des Voity gibt es nicht viel zu sagen, und das ist positiv gemeint: Fünfmal Drücken auf den Hauptknopf schaltet das Gerät ein und aus, mit Plus- und Minustaste wählt man eine der drei Heizstufen, viermal Drücken zeigt den Akkustand. Für Einsteiger:innen ist das schnell gelernt und senkt die Hemmschwelle zum Einstieg in die Welt der Vaporizer. Die Tasten haben einen leichten Widerstand, der versehentliches Drücken verhindert, und der Vape liegt gut in der Hand.
Einen LED-Bildschirm mit detaillierten Angaben gibt es nicht, stattdessen eine Anzeige mit drei Balken für Heiztemperatur (grün) und Akkustand (blau). Bei hellem Sonnenlicht ist die blaue Anzeige leider etwas schwer abzulesen, stört bei der eigentlichen Nutzung aber nicht weiter. Erfahrene Nutzer:innen könnten die genaue Temperatur- und Sessionanzeige vermissen, der günstige Preis ist aber sicher auch mit dem Verzicht darauf zu begründen.
Eine Session dauert standardmäßig vier Minuten und zwanzig Sekunden und kann verlängert werden, indem man das Gerät nach dem Ausgehen wieder einschaltet. Die Heizkammer fasst mit etwa 0,5 Gramm vergleichsweise viel, und dank des magnetischen Mundstücks ist sie schnell befüllt und gereinigt. Der 1.800-mAh-Akku schafft laut Norddampf bis zu 12 Sessions, was wir im Test bestätigen können. Die Ladedauer von etwa 90 Minuten per USB-C ist absolut vertretbar.
Einfache Bedienung, gute Akkuleistung und unkompliziertes Befüllen. Der Kompromiss liegt in der Anzeige: nur drei Balken, in der Sonne schwer ablesbar, und keine gradgenaue Temperaturwahl: 3 von 5 Punkten.
Preis-Leistung: Wie schlägt sich der Voity in seiner Preisklasse?
9 von 15 Punkten bei einem Marktpreis von 85 €: Damit liegt der Voity in der günstigen Preisklasse und gerade noch„Gut“, die Bestwertung. Folgekosten fallen kaum an, es gibt allerdings auch schlicht kein Zubehör für den Voity. Wer immer auf denselben Temperaturen dampft und auf gradgenaue Regelung samt Display verzichten kann, bekommt hier für wenig Geld ein Dampferlebnis, das es mit teureren Geräten aufnehmen kann.
Lohnt sich der Voity also und für wen?
Mit seinem günstigen Preis, der einfachen Bedienung und den drei Heizstufen wirkt der Voity auf den ersten Blick wie ein reines Einsteigergerät. Schaut man genauer hin, entpuppt sich der kleine Vape als Gerät mit Überraschungen: Das Design ist, vor allem in Schwarz, besonders edel und dezent, das magnetische Mundstück verleiht dem Ganzen einen Hauch von Luxus, und leistungsbezogen bietet der Voity einen schnellen Heizvorgang, viel Platz für das Kraut, gute Aromaweitergabe (nach erstmaliger Reinigung) und eine gute Akkuleistung.
Vor unserem Test haben wir erwartet, dass der Voity durch seinen geringen Preis ein Einsteigermodell mit offensichtlichen Schwächen sein wird. Umso überraschter waren wir, dass er Dinge meistert, die selbst für teurere Modelle nicht selbstverständlich sind. Dass der Dampf bei dieser Gerätegröße nur langsam heiß wird, ist ein Beispiel dafür. Die kompakte Form macht ihn zudem sehr dezent, und allein aus diesen zwei Gründen können wir den Voity für starke 85 Euro empfehlen. Eine gradgenaue Temperaturregelung wie beim RELICT gibt es hier nicht, aber das findet man in dieser Preisklasse auch kaum.
Pro
- Günstiger Preis
- Dezentes, elegantes Design mit magnetischem Mundstück
- Dampf wird nur sehr langsam heiß
- Einfache Bedienung
- Große Heizkammer für bis zu 0,5 Gramm
- Gute Akkuleistung, schnelle Ladezeit per USB-C
Contra
- Kein Zubehör verfügbar
- Anzeige nur für Temperatur und Akkustand, in der Sonne schwer ablesbar
- Nur drei Temperaturstufen
- Akku fest verbaut und nicht austauschbar





